Liebe Eltern,

im Nachgang meiner gestrigen Mail wurde mir der Interpretationsspielraum der MSB-Mail - gerade im gesamtgesellschaftlichen Kontext - stressbedingt verzögert evident.

Da insgesamt der Unterricht in den Klassen 8-12, also deutlich überwiegend, ins LaD (Lernen auf Distanz) verlagert wird und zugleich im Bereich der Kitas darum gebeten wird, Kinder nach Möglichkeiten zu Hause zu halten und nicht in die Einrichtungen zu schicken, ist dies nach meinem Dafürhalten der Kontext, in dem die Aussage "In den Jahrgangsstufen 1 bis 7 können Eltern bzw. Erziehungsberechtigte ihre Kinder vom Präsenzunterricht befreien lassen." zu verstehen ist. Hier geht es nicht nur darum, dass Ausnahmen von der Präsenzpflicht rechtlich möglich sind, sondern meines Erachtens darum, dass es für Sie erleichtert wird und somit problemlos möglich ist, auch Ihr Kind (der Klasse 5-7) von der Präsenzpflicht befreien zu lassen, wenn Sie dessen Versorgung bzw. Betreuung sichergestellt wissen. Verstehen Sie den Antrag daher bitte nicht als abschreckende Hürde, sondern als Organisationshilfe für die Schulen. Wenn Sie in zweifellos nachvollziehbarer Sorge um das anstehende Weihnachtsfest, Ihre Angehörigen oder sich selbst Ihr Kind zu Hause halten möchten, scheuen Sie bitte nicht, denn das ist mehr als verständlich - nicht nur ich selbst verfahre in meiner Familie ebenso. Anderenfalls bieten die Schulen die Möglichkeit, Ihr Kind vor Ort zu betreuen und zu unterrichten.

Unser Unterrichtsangebot wird daher auch genau so ausgerichtet sein, dass die Entscheidung, Ihr Kind nicht zur Schule zu schicken, nicht zu Nachteilen für Ihr Kind führt. Das bedeutet beispielsweise, dass in Fällen, in denen Wochenplanarbeit betrieben wird, diese hier vor Ort oder bei Antragstellung eben zu Hause erfolgt. Auch in anderen Fällen wird der Unterricht so gestaltet sein, dass Sie nicht den Eindruck bekommen, es sei nachteilig für Ihr Kind, nicht teilzunehmen. Das wäre nicht im Sinne des Erlassgebers, wenn Sie sich gehalten sähen, Ihr Kind in die Schule zu schicken, da Sie Versäumnisse befürchten. Denn letztlich handelt es sich bei der Teilschließung doch um eine infektionspräventive Maßnahme, die wir als Schule vollumfänglich mittragen.

Auch können wir nicht absehen, ob der Schülerverkehr bis zum Wochenende aufrecht erhalten wird, in anderen Kreisen (Düren etwa) steht dies wohl bereits zur Diskussion. Bitte bedenken Sie auch dies.

Abschließend möchte ich die Gelegenheit nutzen, drei Aspekte im Wiederaufgriff zu betonen:

  1. Dass Ihre Kinder nicht im Schattenstundenplan komplett im LaD unterrichtet werden können, ist nicht das Ergebnis mangelnder Bereitschaft oder Professionalisierung, sondern einzig und allein gerne dem Umstand geschuldet, dass wir gleichzeitig Präsenzunterricht (vor Ort) und LaD anbieten müssen, Letzterer aber eben vor Ort aus den von mir dargelegten und von uns selbst bemängelten technischen Gründen nicht möglich ist. Die vom MSB verlangte Parallelität von Präsenzunterricht und LaD ist schlichtweg nicht optimal realisierbar - wie überhaupt Hybridunterricht und die Frage der Lerngruppenteilung nach meinem Dafürhalten oft nicht sachgemäß diskutiert wird. Aber seien Sie versichert, dass wir im Rahmen des Möglichen unser Bestes geben. Das ist unser Anspruch.
  2. Die Schulpflicht gilt auch im LaD - die Teilnahme ist uneingeschränkt verpflichtend.
  3. Die Klausuren werden unter einer Forcierung der infektionspräventiven Maßnahmen durchgeführt. Dafür haben wir nicht nur, aber auch in den letzten Stunden Sorge getragen. Mein besonderer Dank gilt hier Herrn Schneider.

Sollten Fragen aufkommen, scheuen Sie nicht nachzufragen (Klausuren: Frau Schauff, Infektionsprävention/Hygiene: Herr Schneider, Abmeldung von Kindern der Klassen 5-7: Herr Dr. Münch)

Weiterhin beste Wünsche in Ihre Familien, bitte achten Sie auf Ihre und unser aller Gesundheit

Joachim P. Beilharz

Schulleiter